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Ohne Reisekrankenversicherung krank im Urlaub?

Das kann teuer werden!

Klar, der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Allerdings kann sich das von heute auf morgen ändern. Zahnschmerzen, Kreislaufprobleme oder Magen- und Darmerkrankungen – die typischen Urlaubskrankheiten kommen rasch und unvorhergesehen. Genau wie Unfälle und deren Folgen. Wenn einen auf einer Auslandsreise das Schicksal ereilt, wird es schnell teuer. Deshalb ist eine Reisekrankenversicherung unverzichtbar.

„Die Gesundheit ist bei Reisen ins Ausland ein unkalkulierbares Risiko. Wir raten jedem, diese Versorgungslücke zu schließen.“

Josef Harrer, Pressesprecher ARCD

Grundsätzlich gilt: In Staaten, die der EU oder dem europäischen Wirtschaftsraum angehören oder ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland geschlossen haben, besteht für gesetzlich Krankenversicherte eine Grundversorgung. Bei Privatversicherten ist dies von den jeweiligen Versicherungsbedingungen abhängig. „Das klingt im ersten Moment beruhigend. Allerdings richtet sich die Grundversorgung nach dem medizinischen Niveau des jeweiligen Ziellandes“, warnt Harrer. „Wenn es überhaupt eine staatliche Grundversorgung gibt, ist diese in der Praxis nicht mit den Leistungen in Deutschland vergleichbar“, so der Pressesprecher des Auto- und Reiseclubs Deutschland. In typischen Reiseländern wie Thailand, Südafrika oder der Karibik gibt es überhaupt keinen Gesundheitsschutz. Da kann schon ein kleines Missgeschick teuer werden, hat man keine Reisekrankenversicherung im Gepäck.

 

Kleiner Sturz – großer Schaden

Susanne H. (28) aus Stuttgart kann ein Lied davon singen. Sie fuhr mit ihrem Ehemann und der fünfjährigen Tochter Anna über den Jahreswechsel zum Skiurlaub in Österreich. Am vorletzten Urlaubstag stürzte sie. Obwohl sie langsam unterwegs war, fiel sie unglücklich und zog sich eine Oberarmfraktur zu. Diese musste sofort operiert werden, und danach lag sie für zwei Wochen im Krankenhaus Reutte – nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der kurze Moment der Unachtsamkeit bescherte Susanne H. eine saftige Rechnung. Inklusive Bergrettung beliefen sich die Kosten am Ende auf 11.424,95 EUR – wovon ihre Krankenkasse lediglich 1.312 Euro für die Grundversorgung regulierte. „Frau H. ist also auf 10.112,95 EUR Eigenanteil sitzen geblieben“, warnt Harrer. Und der Experten weiß: Es geht noch viel schlimmer!

Krankenrücktransport macht Gesundheit teuer

Dann etwa, wenn ein Krankenrücktransport nach Deutschland notwendig wird. „Den zahlen gesetzliche Krankenkassen grundsätzlich nicht“, warnt der ARCD-Pressesprecher. „Und auch Privatversicherte sind nicht immer frei von Folgekosten.“ Dies kann verheerende Folgen haben – beläuft sich eine Rückholung aus Mallorca schnell mal 10.000 Euro. „Bei einem Krankenrücktransport aus der Karibik werden sogar rund 60.000 Euro fällig, Australien schlägt mit 100.000 Euro zu Buche“. Da kann es also nicht nur um den Verlust der Reisekasse, sondern um die Existenz gehen. „Die Gesundheit ist bei Reisen ins Ausland leider ein unkalkulierbares Risiko. Wir raten daher jedem, die vorhandene Versorgungslücke zu schließen.“ betont Harrer.

„Die Gesundheit ist bei Reisen ins Ausland leider ein unkalkulierbares Risiko. Wir raten daher jedem, die vorhandene Versorgungslücke mit einer Jahrespolice zu schließen.“

Josef Harrer

Gemeint ist damit natürlich eine Reisekrankenversicherung. Die gibt es beispielsweise bei der SIGNAL IDUNA für kleines Geld, nämlich schon ab 11 Euro. Sie sollte deshalb auf keiner Auslandsreise fehlen. „Wir raten dabei immer zum Abschluss einer Jahrespolice“, erläutert Harrer. Denn schon ein Tagesausflug nach Österreich ist eine Auslandsreise, vor der man in der Praxis aber kaum an die notwendige Absicherung bei Krankheit oder Unfall denkt.

Reisekrankenversicherung: Billig ist nicht immer günstig

„Die Qualitätsunterschiede sind bei Reisekrankenversicherungen allerdings enorm“, warnen Harrer und die Experten der Stiftung Warentest. Denn nicht immer sind zum Beispiel auch zahnärztliche Leistungen eingeschlossen oder wird an die Betreuung minderjähriger Kinder gedacht. Besonders heikel wird es beim Krankenrücktransport. „Hier gibt es die Unterscheidung zwischen medizinisch notwendig und medizinisch sinnvoll“, erläutert Harrer. Auf den ersten Blick hört sich dies nach Wortklauberei an – ist es aber nicht. Unter „medizinisch notwendig“ ist die Grundversorgung zu verstehen. „Das heißt, wenn ein Patient im Ausland nicht richtig versorgt werden kann, wird er nach Deutschland zurückgeholt“, erklärt der ARCD- Experte. Was aber, wenn die Versorgung des Patienten im Reiseland möglich ist, in Deutschland aber besser wäre? „Dann erfolgt die Rückholung nur, wenn der Versicherungsvertrag die Klausel ‚medizinisch sinnvoll’ beinhaltet.“ Dies ist beispielsweise in der Auslandsreisekrankenversicherung der Fall, die der ARCD zusammen mit seinem Versicherungspartner SIGNAL IDUNA anbietet. Sie wurde im April 2017 im Leistungsvergleich der Stiftung Warentest mit „sehr gut“ (1,2) bewertet. Detaillierte Informationen zum ARCD-Gesundheitsschutz – dem Schutzbrief für den eigenen Körper – finden sich auf der Webseite des Clubs.

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One Comment

  1. Hallo und danke für diesen Beitrag. Ich bin selber noch nie im Ausland richtig krank geworden, aber in meinem Bekanntenkreis ist es sogar zu Rückholungen gekommen. Auch ähnliche Geschichte, wie von Susanne H, habe ich auch schon gehört. Seit dem mache ich es immer sicher, dass unsere ganze Familie auch im Urlaub versichert ist. Sonst ist die schönste Zeit des Jahres schnell die schlimmste.
    VG Sophie

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